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Lesen, Schreiben, Kommentieren, Betrachten: mein Blog

Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen - Teil 3

Kleine Zusammenfassung: Ich habe während meiner Ferien auf der Ile de Ré ein Kunstprojekt ins Leben gerufen und meine blaue Tasche an verschiedenen Orten fotografiert. Da ich leider ziemlich leicht abzulenken bin, habe ich besagte Tasche liegen lassen. Leider war mein Geldbeutel mit all meinen Papieren darin. 

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Ratschläge an dein jüngeres Ich

Ein wunderbares Video mit Tipps ans jüngere Selbst, rührend, lustig und nachdenklich machend:

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Zehn unangenehme Wahrheiten

1. Vom Schuljahr sind schon wieder 6 Wochen vergangen. Du hast jede Menge Notfälle gemanagt, aber fast nichts geschrieben.

 

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Hanna Schygulla im Goethe Institut in Paris

Gestern im Goethe Institut.

 

 

Hanna Schygulla hat ihre frisch erschienene Autobiographie vorgestellt. Eine kleine, rundliche ältere Dame, die aber so gar nichts Ältliches hat. Ein Tuch wie eine Krone um den Kopf geschlungen, die graublonden langen Haare berühren gerade ihre Schultern. Sie strahlt, gestikuliert und redet unaufgeregt vor dem vollbesetzten Auditorium. Dazwischen werden immer wieder neue, von ihr selbst gedrehte sehr moderne Kurzvideos gezeigt, in denen sie um biographische Aspekte kreist. Kein Divengetue, im Gegenteil Frau Schygulla ist herrlich uneitel.

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Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen, Teil 2

In meinem Blog vom 18. März habe ich, wie leider so oft, so viele Dinge gesät, dass es schwer sein wird, auch nur einen Bruchteil davon in einem zweiten Artikel komplett zu verwursten.

 

Ich hatte von meiner Tasche erzählt, die ich auf einem Felsen am Strand von Loix auf der Ile de Ré fotografiert hatte. Ich wollte daraus eine Serie machen. Eine blaue Tasche, die allein auf Reisen geht. Das ganze war als kleine Kreativitätsübung für mich gedacht. Seine Umwelt wahrnehmen, genau hinschauen. Denn oft, wenn ich etwas beschreiben will, fällt mir auf, dass ich selbst von Orten, an denen ich mich oft aufhalte, nur vage Vorstellungen habe.

Gut lügt es sich aber nur mit vielen Details. Und ein Autor sollte gut lügen können, damit ihm seine Leser glauben. (Auf diese eigentlich logische, aber oft vergessene Tatsache weist übrigens Stefan Waldscheidt in seinem exzellenten Blog Schriftzeit hin.)

 

Deshalb: Tasche auf Stein, mehrere Fotos aus unterschiedlicher Perspektive. Mit Chéri Adoré geplaudert, in Sonne geblinzelt, Kinder herangewunken, Hund von toter Muschel weggezerrt. Auf die Uhr gesehen und „Hurra, wir können zurück in die Creperie!“ gerufen. Die war nämlich vorher rappelvoll gewesen und wir hatten einen Tisch nur nach gehöriger Wartezeit, die wir zum Radeln verwendet hatte, bekommen. Fröhlich zurückgefahren. Von Mini-Louloutte drauf hingewiesen worden, dass mein Fahrradkorb verdammt leer aussehe. Behauptet: „Kann nicht sein!“ und Hinweis in den Wind geschlagen.

 

 

 

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Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen, Teil 1

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Ich sehe dich

An manchen Tagen gehe ich durch unser kleines Dorf und sehe Rätsel. Wenn mir langweilig ist, denke ich über meine Rätsel nach. Es gibt viele davon. Eines Tages werden sie eine meiner Geschichten bevölkern. Hier stelle ich zwei von ihnen vor:

 

 

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Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen - Teil 3

Kleine Zusammenfassung: Ich habe während meiner Ferien auf der Ile de Ré ein Kunstprojekt ins Leben gerufen und meine blaue Tasche an verschiedenen Orten fotografiert. Da ich leider ziemlich leicht abzulenken bin, habe ich besagte Tasche liegen lassen. Leider war mein Geldbeutel mit all meinen Papieren darin. 

Kleine Zusammenfassung: Ich habe während meiner Ferien auf der Ile de Ré ein Kunstprojekt ins Leben gerufen und meine blaue Tasche an verschiedenen Orten fotografiert. Da ich leider ziemlich leicht abzulenken bin, habe ich besagte Tasche an einem Strand fotografiert, bin dann dem Hund und den Kindern hinter her gesprungen, und habe die Tasche liegen lassen. Leider war mein Geldbeutel mit all meinen Papieren darin. Bis ich es merkte, sind wir Kilometer weitergeradelt und mein langbeiniger Cheri Adoré ist alleine zurückgefahren, um meine Tasche wieder zu holen. Als er am besagten Strand ankommt, hat sich die Tasche in Luft aufgelöst. Er trifft Rentner in ihrem Wohnmobil, die ihm sagen, dass ein Paar meine Tasche gefunden hat und mich anscheinend sucht.

 

Während wir ziemlich appetitlos in einer Créperie sitzen und beratschlagen, wie wir die Tasche wieder bekommen, ruft mich der Inhaber eines Tennisgeschäftes aus der Nähe unseres Heimatortes, an und will wissen, ob ich sein Geschäft kenne.

Ich verstehe seine Frage nicht wirklich. Zudem scheint er selbst auch gerade in einer anderen Ecke Frankreichs im Urlaub zu sein. Seine Stimme klingt ziemlich selbstzufrieden. Als ich ihm glaubhaft versichere, dass ich die Person bin, die vor ein paar Monaten bei ihm einen Tennisschläger gekauft hat, rückt er mit dem Grund seines Anrufes heraus: Die Finder haben ihn angerufen. Ich hatte seine Kundenkarte im Gelbeutel, aber keine Handynummer, deshalb haben sie ihn um meine Nummer gebeten, aber er wollte sich erst versichern, usw. und sofort.

Ich fühle mich ziemlich klein, ziemlich dämlich und auch ziemlich dankbar. Chéri Adoré fährt die Tasche einfangen. Die Finder wollen erst einmal keinen Finderlohn. Aber er drängt ihnen die 50€ aus meinem Geldbeutel auf.  Er kommt triumphierend mit der Tasche zurück. Ich muss mich noch viele Male – zu Recht – bei Louloutte entschuldigen. Sie reibt mir diese Geschichte heute noch unter die Nase. Das Kunstprojekt ist mit diesem Foto gestorben. Mir war die Lust zum Fotografieren vergangen. Den Findern habe ich noch mehrere Jahre ein Gutes Neues Jahr gewünscht. Und wenn ich schlechte Laune hatte, habe ich mich an diesen Fall unverschämten Glückhabens erinnert....

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Ratschläge an dein jüngeres Ich

Ein wunderbares Video mit Tipps ans jüngere Selbst, rührend, lustig und nachdenklich machend:

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Zehn unangenehme Wahrheiten

1. Vom Schuljahr sind schon wieder 6 Wochen vergangen. Du hast jede Menge Notfälle gemanagt, aber fast nichts geschrieben.

 

 

2. Schreiben macht Spaß, ist aber viel Arbeit.

Wer erinnert sich in 10 Jahren noch, wie sauber das Haus, wie gefüllt der Kühlschrank war, wie oft und wie lange der Hund spazieren geführt wurde?

4.     Wer erinnert sich in 10 Jahren noch, was du geschrieben hast?

5.     Wenn du dir nicht erlaubst zu schreiben, wer dann?

6.     Niemand wartet auf dein Buch. Das ist keine Entschuldigung, es nicht zu schreiben.

7.     Das Lesen von Schreibtipps ersetzt nicht das Schreiben.

8.     Jeden Tag werden weltweit hunderte, wenn nicht tausende von Büchern veröffentlicht.

9.     Millionen von Büchern verstauben in Regalen oder wandern auf den Müll.

10. Wenn du das Schreiben nicht an erste Stelle setzt, wer dann?

 

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Sezieren oder Verstehen?

Sezieren oder Verstehen?

 

Von der Tatsache abgesehen, dass jeder Autor einzigartig ist, finde ich, dass man eigentlich alle Autoren einer von zwei Familien zuordnen kann.

 

Die erste Familie wird am großartigsten von Joyce Carol Oates vertreten. 

Sie seziert ihre Figuren, analysiert ihre Motive und Beweggründe messerscharf und beleuchtet alle Abgründe und Charaktereigenschaften und –fehler. Der Leser entdeckt mit Erstaunen, manchmal Entsetzen, wozu Menschen fähig sind. Die Beschreibungen sind zutreffend, enthüllend und bar jeglichen Mitleids oder Verständnisses.

 

Eine Schwester oder Bruder im Geiste sind für mich Lionel Shriver oder Ian McEwan.

 

Die zweite Familie wird brillant von der mit dem diesjährigen - endlich! - Nobelpreis ausgezeichneten Kurzgeschichten Autorin Alice Munro angeführt. Auch hier werden Menschen mit all ihren Irrungen, ihre Untreue und ihren Egoismen vorgeführt. Kaum eine ihrer Figuren widersteht Versuchungen, zumeist Ehebruch. Oft ist der Leser erstaunt, wozu die Figuren fähig sind, die Motive sind sehr persönlich und oft verurteilenswert. Im Gegensatz zu Joyce Carol Oates empfindet Alice Munro ein großes Erbarmen mit all ihren schwachen und fehlbaren Figuren. Diese sind wie du und ich, wurschteln sich durch ihre zumeist ungemein normalen und unaufregenden Existenzen, begehen Irrtümer, bedauern, aber der Schaden ist oft nicht wieder gut zu machen.

 

Zur Autorenfamilie Alice Munros (mein Lieblingsbuch von ihr ist „Tricks“) gehören für mich Anna Quindlen, mit ihren Büchern „Black and Blue“ , deutsch „Kein Blick zurück“ ; und auch Kate Atkinson mit ihrem Buch „Case Histories“, leider auf deutsch mit dem irreführenden Titel „Die vierte Schwester“ versehen worden.

 

Ich oute mich hiermit als bedingungslosen Fan der zweiten Familie. Übrigens, damit wir uns nicht falsch verstehen, auch hier gibt es meist keine Happy Endings, das ist auch nicht der Punkt. Was ich so mag, ist die Art, die Figuren zu zeichnen. Nach wenigen Seiten fühlt man sich mit den Figuren vertraut, als kenne man sie als Jahren. Man empfindet Empathie mit misshandelten Krankenschwestern aus New York oder mit ungeliebten alten Jungfern aus Oxford. Die Figuren sind so lebendig, dass man sich fragt, ob die Autorinnen sie wirklich erfunden haben können, oder doch Bekannte oder Freunde beschreiben.

 

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Zehn - oder wie einem eine weitere Veröffentlichung in den Schoß fällt

Meine Geschichte "Die Gärtnerin" wurde vom Team des Netverlages auf zweiten Platz bei der Ausschreibung "Morde, die ungeklärt bleiben" gewählt. 

Ich bin froh, denn jetzt habe ich gerade die Mitteilung bekommen, dass die Geschichte auch noch in ihre "Best of 2013" aufgenommen wurde.

Das Buch erscheint voraussichtlich im Juli 2014.

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Hanna Schygulla im Goethe Institut in Paris

Gestern im Goethe Institut.

 

 

Hanna Schygulla hat ihre frisch erschienene Autobiographie vorgestellt. Eine kleine, rundliche ältere Dame, die aber so gar nichts Ältliches hat. Ein Tuch wie eine Krone um den Kopf geschlungen, die graublonden langen Haare berühren gerade ihre Schultern. Sie strahlt, gestikuliert und redet unaufgeregt vor dem vollbesetzten Auditorium. Dazwischen werden immer wieder neue, von ihr selbst gedrehte sehr moderne Kurzvideos gezeigt, in denen sie um biographische Aspekte kreist. Kein Divengetue, im Gegenteil Frau Schygulla ist herrlich uneitel.

 

 

Der Auftrag es Goethe – Institutes ist es, die deutsche Kultur hier in Frankreich vorzustellen. Anscheinend geht man davon aus, dass die Franzosen sich zwar für Deutschland interessieren, aber kein Deutsch sprechen. Deshalb findet der Abend fast vollständig auf Französisch statt. Hanna Schygulla lebt seit dreißig Jahren in Paris und spricht sehr gut Französisch. Kein harter deutscher Akzent. Mich amüsiert, dass ich eigene Fehler bei ihr wiederfinde, ihr Satzbau folgt auch auf französisch deutschen und nicht französischen Regeln. Dennoch finde ich, dass sie sicherer und gewandter wirkt, wenn sie auf Deutsch spricht.

 

Ich habe Bilder von ihr in ihren Filmen im Kopf. Natürlich ist sie gealtert, sie ist gerade 70 Jahre alt geworden. Immer wieder thematisiert sie ihr Älterwerden. Es ist ein Thema für sie – und anscheinend auch für Journalisten.

 

Gerade wurde sie in einem Radiointerview gefragt, wie sie denn sterben wolle. Was für eine Frage. Eine, die insinuiert, dass sie nun an der Reihe ist. „Noch nicht“, hat sie geantwortet. Manchmal wird sie auf der Straße angesprochen: „Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie wichtig sie für Rainer Werner Fassbinder waren? Ist Ihnen bewusst, was sie einmal für das deutsche Kino bedeutet haben?“ Solche Fragen ärgern sie. Fragen, die ihr bedeuten, dass sie eigentlich schon tot ist, oder zumindest nicht mehr zählt. Dass sie nichts so bedeutendes mehr leisten kann, wie damals mit Fassbinder. Fassbinder kommt immer wieder zur Sprache.

 

Überhaupt werden viele, auch private Themen angerissen, aber es schlägt niemals in eine Selbstdarstellung um, die einen Voyeurismus bedient. Hanna Schygulla ist einerseits so offen, so präsent, so freigiebig mit Episoden und wichtigen Ereignissen, andererseits bleibt viel Privates was es ist: privat. Ihre Biographie ist mehr eine Selbstbefragung. Abzurechnen mit wem auch immer, ist Hanna Schygulla fremd. Selbst als ihr am Ende der Veranstaltung von einer Besucherin die Frage gestellt wird, ob es stimme, dass sie plane nach Berlin umzuziehen, weil sie Paris satt habe, umgeht sie die Frage elegant. Sehnsucht, wieder in der eigenen Muttersprache zu leben, sei der Grund.

 

 

Nach zehn Jahren Ausländerdasein verstehe ich sie nur zu gut.

 

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... und da waren es neun

Diesmal ist eine meiner Kindergeschichten in einer Anthologie, die "Es war einmal im Sommer" heißt und im Juni 2013 beim Papierfresserchens MTM Verlag erscheinen soll,  aufgenommen worden. In meiner Erzählung "Die Katze mit der grünen Sonnenbrille" ermittelt die kleine Alina Nachtblau auf einem Kreuzfahrtschiff. Manchmal ist sie hellsichtiger als die Erwachsenen um sie herum, manchmal liegt sie mit ihrem Verdacht falsch...

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Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen, Teil 2

In meinem Blog vom 18. März habe ich, wie leider so oft, so viele Dinge gesät, dass es schwer sein wird, auch nur einen Bruchteil davon in einem zweiten Artikel komplett zu verwursten.

 

Ich hatte von meiner Tasche erzählt, die ich auf einem Felsen am Strand von Loix auf der Ile de Ré fotografiert hatte. Ich wollte daraus eine Serie machen. Eine blaue Tasche, die allein auf Reisen geht. Das ganze war als kleine Kreativitätsübung für mich gedacht. Seine Umwelt wahrnehmen, genau hinschauen. Denn oft, wenn ich etwas beschreiben will, fällt mir auf, dass ich selbst von Orten, an denen ich mich oft aufhalte, nur vage Vorstellungen habe.

Gut lügt es sich aber nur mit vielen Details. Und ein Autor sollte gut lügen können, damit ihm seine Leser glauben. (Auf diese eigentlich logische, aber oft vergessene Tatsache weist übrigens Stefan Waldscheidt in seinem exzellenten Blog Schriftzeit hin.)

 

Deshalb: Tasche auf Stein, mehrere Fotos aus unterschiedlicher Perspektive. Mit Chéri Adoré geplaudert, in Sonne geblinzelt, Kinder herangewunken, Hund von toter Muschel weggezerrt. Auf die Uhr gesehen und „Hurra, wir können zurück in die Creperie!“ gerufen. Die war nämlich vorher rappelvoll gewesen und wir hatten einen Tisch nur nach gehöriger Wartezeit, die wir zum Radeln verwendet hatte, bekommen. Fröhlich zurückgefahren. Von Mini-Louloutte drauf hingewiesen worden, dass mein Fahrradkorb verdammt leer aussehe. Behauptet: „Kann nicht sein!“ und Hinweis in den Wind geschlagen.

 

 

 

Bei Creperie fast Herzinfarkt bekommen. Bloß mein Handy ist in der Jackentasche. Geld, Kreditkarten, Perso, Krankenkassenkarte, Funkelnagelneuer französischer Führerschein, den ich mir zwei Vormittage lang in der Sous-Préfecture erwartet hatte, waren in meinem Geldbeutel.

Und der war in der Tasche.

Und die war nicht im Fahrradkorb.

Im Fahrradanhänger auch nicht.

Lag einsam und verlassen am Strand.

Louloutte ist beleidigt, ich schäme mich mit dem Rest meiner Gehirnzellen heftig, dass ich ihr nicht geglaubt habe. Überwiegender Anteil genannter Zellen ist aber damit beschäftigt, mich mit Worstcaseszenarien so aufzuregen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Bluthochdruck bekomme.

Kurze Beratschlagung.

Chéri adoré radelt wegen deutlich längerer Beine und deutlich besserer sportlicher Kondition in Überschreitung der 30km/hs im Ort zurück.

 

Rest der Familie wartet bedröppelt und unter Appetitverlust in Creperie.

Die ungläubige Rabenmutter bekennt sich öffentlich schuldig. Dies hebt Stimmung nicht wirklich.

1. Anruf Tasche weg.

Glupps.

2. Anruf von Chéri Adoré: mit Rentnerpaar in Campingwagen neben Strand angesprochen, die hatten die Tasche nicht, aber ein anderes Paar hatte sie gefunden und gefragt, ob sie ihnen gehöre. Es sah also aus, als suchten die Finder nach mir. Blutdruck sinkt ein bisschen, aber nicht viel.

3. Cheri Adoré kommt mit leeren Händen zurück. Wir essen Crèpes. Ich kann mich nicht erinnern, was auf meinem drauf war.

4. Anruf einer unbekannten Handynummer. „Erinnern Sie sich an mich? Ich heiße Olivier und arbeite in einem kleinen Tennisgeschäft.“

Wie merkwürdig ist das jetzt? Ok, ich hab zuletzt vor zwei Monaten dort eingekauft, aber Leute, was will der gute Mann ausgerechnet jetzt von mir?

 

 

Fortsetzung folgt bald!

 

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annefreutsich!

Diesmal, weil zwei weitere ihrer Geschichten veröffentlicht werden:

 

Eine meiner besonderen Lieblingsgeschichten "Hunde und Katzen" hat es in die Anthologie "Heißkalt" des Edition Paashaas Verlages geschafft. Die Anthologie soll im Mai erscheinen.

 

"Der Frosch frisst den Hund" wurde von Signe Winter in ihre Anthologie "Am anderen Ende der Leine. Über Menschen und Hunde" aufgenommen.

 

Hunde bringen mir anscheinend Glück. Auch wenn die "Hunde" aus der ersten Geschichte Zweibeiner sind, die sich von ihren kätzischen Gegenspielerinnen das Herz zerkratzen lassen.

 

Auch in der zweiten Geschichte ergeht es dem Hund nicht besonders gut. Sogar sehr nicht gut.

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Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen, Teil 1

 

Ist das Foto nicht schön? Der zartblaue Himmel, der sich im Meer spiegelt.

Überschießender Kitsch wurde durch die Algen, die man auf dem bei Ebbe freiliegenden Strand sieht, geschickt von der Fotokünstlerin vermieden. Dann weiter im Vordergrund die quadratischen Blöcke. Auf einem davon liegt eine blaue Stofftasche.

Die Tasche gehört mir. Und sie gehört mir nur deshalb noch, weil ich wahnsinnig viel Glück hatte. Aber dazu später mehr.

 

Ich mag diesen einfachen Stoffsack sehr. Der Stoff ist afrikanisch, meine Tasche ist ein Unikat, ich habe sie auf einem winzigen Markt in einem winzigen Dorf bei einer Frau gekauft, die Stoffreste, die sie aus wer weiß welchen Quellen bezieht, zu Taschen unterschiedlichster Form und Größe verarbeitet. Aus diesem Stoff gab es nur diese eine Tasche

Wie ist meine Tasche nun auf den Felsen geraten? Und wo ist der Felsen?

Der Felsen ist auf der Ile de Re. Eine Insel, die ich seit ich 18 Jahre alt war und begriffen hatte, dass sie wirklich existiert und nicht nur eine Erfindung einer Schriftstellerin namens Jeannie de Saint-Marcoux war, besuchen wollte.

Andererseits wollte ich sie lieber nicht besuchen.

Denn in dem Buch „Jener Sommer“ ist die Insel Ré ein Paradies, dass man mit dem Fahrrad erkunden konnte. Gegenüber von La Rochelle im Atlantik gelegen.

Die Ile de Ré hat ein ähnliches Schicksal wie das ehemals entzückende Fischerdörfchen Saint Tropez. Es wurde von den Schönen und Reichen in den 1950ern entdeckt und wird im Sommer von sonnenhungrigen Touristen belagert.

 

Irgendwann dachte ich, zurückdrehen kannst du die Zeit nicht mehr. Also, entweder du willst diese Insel sehen, oder nicht.

Bald geht es weiter! 

 

 

 

 

 

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Den Winter erröten lassen

Das Schreiben will zur Zeit nicht fluppen. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche meiner Kurzgeschichten ich zu einem Roman ausbaue.

 

Da ist zum einen meine Gärtnerin, die menschliches Unkraut beseitigt. Gerade ist die Kurzgeschichte in eine Anthologie des Netverlags aufgenommen worden. Tatsächlich ist sie aber nur ein Teil der Geschichte, die ich bereits geschrieben habe.

Denn natürlich sind die Taten der Gärtnerin nicht unbemerkt geblieben. Bisher weiß es aber nur eine andere Person. Und die will ihr Wissen nutzen, um die Gärtnerin zu einem Opfer zu machen, dem kein Ermittler dieser Welt helfen will. Die Gärtnerin besitzt nämlich etwas, das sich jemand anders sehnlichst wünscht und bereit ist, dafür Unsummen zu zahlen.

Es gibt da noch ein paar Knötchen in meiner Idee, und bis ich die nicht ausgebügelt habe, komme ich nicht so richtig voran.

 

 

Dann ist da die Geschichte von Nathalie, die mir auch schon seit einem Jahr im Kopf herumspuckt. Das ist keine Krimi, sondern eine Entwicklungsgeschichte.

 

Die arme Nathalie glaubt von sich, dass sie mit 39 eine „Vollkommen überflüssige Frau ist“. Ihr Mann sucht nämlich den Sinn des Lebens. Zwar nicht im Ausschnitt einer knackigen Blondine, aber weit weit weg in Indien. Und ihre beiden Söhne, die sie schon mit Anfang Zwanzig bekommen hat, studieren in einer anderen Stadt. Kommen nur noch am Wochenende ins Hotel Mama und reisen am Sonntag mit vollen Bäuchen und frischer Wäsche wieder in ihr funkelnagelneues Studentenleben. Und Nathalie fühlt sich alleine verflixt einsam und nutzlos in Paris. Deshalb macht auch sie sich auf die Suche nach einem neuen Lebensinhalt.

 

Die Knötchen hier sind meine Angst, dass es eine rosarote klebrigsüße französische Liebesgeschichte wird. Ich muss noch ein bisschen in schlaflosen Nächten über Nathalies Möglichkeiten nachdenken, damit ihre Suche nicht zu kitschig gerät.

 

Wenn ich blocke, hilft es mir immer sehr, wenn ich laute Musik höre und koche. Kochen musste ich diese Woche, denn mein englischer Buchclub ist 13frauhoch bei mir eingefallen. Weil das hier in Frankreich ist, kann ich dafür nicht einfach eine Tüte Chips und Erdnüsse auf den Tisch stellen. Nö, das wäre ziemlich armselig. Also hab ich mir diesmal was am Herd und nicht am Computer einfallen lassen. Hier stelle ich eines der Rezepte vor. Die anderen gibt es vielleicht ein anderes Mal.

 

Bevor es losgeht, fehlt nur noch laute Musik. Zum Beispiel Curtis Mayfield: http://www.youtube.com/watch?v=6Z66wVo7uNw

 

Ein leckerer Dip. Rot soll er sein. Weil Rot einfach gute Laune macht, das Herz wärmt und dieses langweilige grünbraune Kalt da draußen aufs angenehmste aufpeppt.

Deswegen habe ich ein Rote Beete Humus ausprobiert. Die Idee für das Rezept habe ich hier gefunden, mir gefiel besonders gut, dass es ganz ohne Kichererbsen auskommt, deswegen ist das Rot besonders leuchtend: http://chocolateandzucchini.com/archives/2012/01/beet_hummus.php

 

Leider gibt es keine deutsche Version.

 

Ich habe das Rezept etwas abgewandelt und die Mengen reduziert:

 

250 rote Beete

1 EL Olivenöl

1 Knoblauchzehe

3 EL Zitronensaft

die abgeriebene Schale einer halben ungespritzten Zitrone

1 TL Kreuzkümmel

1 TL geröstetes Sesamöl

40 g Gomasio (zerstoßene Sesamkörner mit Salz vermischt)

½ TL Meersalz

nach Geschmack mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken

 

Die rote Beete entweder gekocht kaufen oder selber kochen (ich lege ein frisches Lorbeerblatt ins Kochwasser). Das dauert je nach Größe zwischen 30 und 45 Minuten. Abkühlen lassen, schälen. Ich zerstoße den Kreuzkümmel selbst im Mörser, er hat dann viel mehr Geschmack. Mit den Gewürzen und den Ölen vermischen und pürieren. Abschmecken. Dazu passen Mexikanische Chips oder Minireis- oder Maiscrackern.

 

 

 

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"Das Lächeln der Frauen" - Der Enthüllungsroman, der als Liebesroman daher kommt

Weil ich in Frankreich lebe, erzählte mir eine Freundin vor den Sommerferien von einem deutschen Bestseller, der in Paris spiele. Ein Liebesroman, „Das Lächeln der Frauen“ von einem jungen französischen Autor, Nicolas Barreau, geschrieben. Der Roman sei flüssig geschrieben, eine angenehme Strandlektüre. Sie lieh ihn mir.

Da ich neugierig bin, habe ich den Roman gegoogelt. Merkwürdigerweise gab es ihn nur auf Deutsch, obwohl es angeblich eine Übersetzung aus dem Französischen sein sollte.

 

 

 

Die Geschichte beginnt konventionell. Aurélie, die liebeskummrige Ich-Erzählerin, ist von ihrem hinterfotzigen heimlich hinter ihrem Rücken anderweitig verbandelten Freund mit einem feige in ihrer Wohnung platzierten Dreisatzabschiedsbrief allein in den regnerischen Pariser Herbst geschickt worden. Sie trägt ihren Herzschmerz auf die schönsten Pariser Brücken. Nett zu lesen, dachte ich mir, aber eigentlich stehe ich nicht so auf Liebesromane. Die Schreibe war flappsig, die Sicht eher weiblich.

Nochmals googelte ich, diesmal den Autor. Komisch, keine Homepage, dabei hat der junge Mann schon mehrere ziemlich erfolgreiche Romane verfasst, bevor ihm dieser Bestseller, der sich anscheinend Wochen ganz oben auf der Spiegelliste hielt, geglückt ist. Alle Romane angebliche Übersetzungen, alle von der gleichen Übersetzerin, Sophie Scherrer, ins Deutsche übersetzt. Hier und da im Text ein paar Französisismen, die mich störten, aber nichts gravierendes.

Die Lektüre begann mich stärker in Bann zu ziehen, als Aurélie auf ein Buch stößt, dessen Hauptfigur ihr selbst so stark ähnelt, dass der Autor, ein unbekannter englischer Schriftsteller, sie eigentlich zum Vorbild genommen haben muss: eine junge Frau, die ihr äußerlich aufs Haar gleicht und überdies ein Kleid und eine Perlenkette trägt, wie sie sie auch besitzt, nimmt in einem Restaurant, das exakt so aussieht wie das ihre, eine Bestellung auf.

Aurélie ist Köchin und erklärte Nichtleserin. Die einzigen Bücher, die sie sich normalerweise zu Gemüte führt, sind – natürlich – Kochbücher. Dieses Buch aber scheint für sie geschrieben zu sein, und es hilft ihr aus der Tiefe ihres Liebeskummers heraus. Sie muss den Autor kennenlernen, um ihn zu einem Essen einzuladen.

Es gibt nur ein kleines Problem. Der Autor, dessen Foto zwar die Rückseite des Buches ziert, hat keine Homepage, scheinbar kann man ihn nicht kontaktieren. Er soll sehr zurückgezogen in einem kleinen Cottage in den Cotswolds in England leben. Aurélie ist aber stur, sie hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Schriftsteller kennen zu lernen, also wird sie sich von so einem Detail nicht abhalten zu lassen. Sie wirft den Brief mit der Bitte, ihn weiter zu leiten in den Briefkasten des Verlages bei ihr um die Ecke.

Nun tritt der zweite Ich-Erzähler auf, ein männlicher Lektor, der glückliche Entdecker des englischen Autors. Nur scheint er über dessen Erfolg gar nicht so stolz zu sein, wie er es sollte. Und weshalb versucht er, einen Besuch des Autors in Paris zu Werbezwecken erst zu torpedieren?

Wer das Buch noch lesen will, sollte jetzt meine Blog nicht weiterlesen, weil ich hier ziemlich spoile!

 

 

Nun, weil er selbst den Roman geschrieben hat. Der englische Schriftsteller ist eine Erfindung des Lektors und seines englischen Freundes, einem Literaturagenten. Es begann als Spaß, der französische Verleger wollte einen englischen Autoren à la Stephen Clarke. Ich bekomme einen Verdacht, und amüsiere mich königlich. Das ist ja besser als ein Krimi! Ab hier gefällt mir das Buch außerordentlich gut.

Ich google nochmals. Bis in die Untiefen des Netzes. Es gibt keinerlei Informationen über Nicolas Barreau.

Aber ich stoße auf den Blog von Norbert Krüger: Shakespeare & More. Er hält die die angebliche Übersetzerin Sophie Scherrer für die Autorin der Bücher. In einem Kommentar unter einem Blog äußert jemand die Vermutung, dass auch Sophie Scherrer nur eine Fassade ist, und zwar für eine Verlegerin namens Andrea Thiele.

Was für eine wunderbare Geschichte. Eine deutsche Autorin mit einer Vorliebe für Paris schreibt Liebesromane. Liebesromane werden meistens von Frauen gelesen. Und geschrieben. Paris ist die Stadt der Liebe. Wäre es nicht viel geschäftsfördernder, wenn ein französischer (niedlich aussehender) junger Schriftsteller diese Romane schreiben würde? So könnte es begonnen haben.

Und ein paar Bücher und einen Bestseller später findet Andrea Thiele es schade, dass sie weder Lesungen veranstalten kann, noch sich auf dem Blog ihrer Homepage mit den begeisterten Leserinnen austauschen kann. 

Also schreibt sie einen Roman, einen Enthüllungsroman. Und fast keiner merkt es.

Fein!

 

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Die Gärtnerin

Ich freu mich!

 

Demnächst erscheint meine Geschichte  „Die Gärtnerin“ in der Anthologie „Morde, die ungeklärt bleiben“ des net-Verlages!

 

Ich mag meine Gärtnerin. Sie wirkt so harmlos. Beinah langweilig. Jahrelang war sie brave Hausfrau und Mutter, hat in ihrer Freizeit gegärtnert, war nicht ganz ausgefüllt, aber dann fiel ihr auf, dass es Unkraut nicht nur im Garten gibt, sondern auch in unserer Gesellschaft. Jetzt hat sie ein weites Feld zum Jäten gefunden. Ihre Unkrautvernichtungsmethoden sind sehr effizient und kein bisschen legal.

 

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Lernen von den Großen, Teil 2 Chuck Palahniuk

In meinem letzten Blog habe ich über die Reihe „Meet the Writers“ von Barnes & Noble gesprochen.

Hier möchte ich auf ein Interview, das mir persönlich besonders gefiel, eingehen.

Es ist mit Chuck Palahniuk http://chuckpalahniuk.net/. Ich habe noch nie etwas von ihm gelesen. Ich fürchte, ich werde ihn auch nie lesen. Seine Bücher sind mir zu gewalttätig.

Sein Interview habe ich hingegen mehrmals angehört, weil er so viele gute Tipps darin gibt.

Sein Schreibprozess beispielsweise ist eine gute Idee für all jene, die nur „nebenberuflich“ schreiben:

Er schreibt jeden Haupt Plot Point (siehe dazu:http://de.wikipedia.org/wiki/Plot_point) als eigene Einheit. Als er zu schreiben begann, war er Mechaniker und notierte seine Ideen tagsüber auf kleine Zettel, damit er sie abends ausführen konnte.

Zudem half ihm die Abarbeitung einzelner Plotpoints, dass er von Woche zu Woche das Gefühl hatte, Teile seines Romans abschließen zu können und er musste nicht seinen ganzen Roman über Monate mit sich im Kopf herumtragen. Im Interview sagt er dazu mehr.

Sein erstes Buch "Invisible Monsters" passte nicht in die Kategorien der Verlage, deshalb bekam er Absagen über Absagen. So soll es einer gewissen J. K. Rowling übrigens auch gegangen sein...

Und zuletzt ein wirklich guter Spruch: Als er "Fight Club" schrieb, wurde ihm klar, dass es nicht darauf ankam, ob Leute mochten, was er schrieb oder nicht. Wirklich wichtig, ist es, so zu schreiben, dass die Leser dich nicht vergessen.

Hier ist der Link, den man direkt anhören kann:

http://www.barnesandnoble.com/u/bn-studio-author-interviews-book-videos/379003633/

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Lernen von den Großen

Auf der Suche nach Gleichgesinnten bin ich im Internet auf verschiedene Podcasts gestossen.

Leider gibt es nur sehr wenig auf Deutsch, umso mehr aber auf Englisch. Einer meiner Lieblingspodcasts "Meet the Writers" stammt von der amerikanischen Buchhandlungskette Barnes &  Noble. Steve Bertrand, ein bekannter amerikanischer Radiojournalist, interviewt hierfür bekannte und auch weniger bekannte in den USA veröffentlichte Autoren in Gesprächen, die etwa 20 Minuten dauern.

Die Serie wurde zwar mittlerweile leider durch Videointerviews ersetzt und endet im Jahr 2009, aber die Interviews sind in gewisser Weise zeitlos, weil es nicht nur um die neuesten Bücher, sondern auch oft um das Schreiben geht: Wie schreiben die Befragten, legen sie einen Plot an oder lassen sie sich vom Verlauf ihrer Geschichte überraschen? Wurden sie häufig abgelehnt, bevor sie endlich veröffentlicht wurden? Wie sind sie damit umgegangen? Warum schreiben sie?

Steve Bertrand hat sich genau über seine Interviewpartner informiert. Die Gespräche sind so interessant und lebendig, dass ich sie sogar zum Teil mehrmals gehört habe. Einmal fürs Vergnügen beim Hundegang und dann noch einmal, um mir Tipps zu notieren.

https://itunes.apple.com/us/podcast/b-n-meet-writers-audio-interviews/id177873061

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Ich sehe dich

An manchen Tagen gehe ich durch unser kleines Dorf und sehe Rätsel. Wenn mir langweilig ist, denke ich über meine Rätsel nach. Es gibt viele davon. Eines Tages werden sie eine meiner Geschichten bevölkern. Hier stelle ich zwei von ihnen vor:

 

 

Ich sehe den merkwürdigen Mittvierziger, der seine Tage damit verbringt, auf einer Piaggia durchs Dorf zu brettern ,mehrmals pro Woche zu jeglicher Tageszeit. Manchmal treffe ich ihn beim im Supermarkt, wenn er sich Zigaretten und ein Sandwich kauft. Einmal bin ich ihm begegnet, als er an der Schranke eines Spazierweges lehnte und rauchte. Neben ihm sein weißer Scooter. Er grüßte mich höflich, im Vorbeigehen spürte ich die Hitze, die vom Motor seiner Maschine aufstieg und die Luft erwärmte. Zu gerne würde ich ihn fragen, weshalb er tagein, tagaus die Hügel unseres Dorfes hinauf und hinunter fährt.

 

Dann gibt es den Spaziergänger. Ihn treffe ich meist am Nachmittag. Sein Lieblingsweg führt ihn zu einem Feldweg, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Wald und den Golfplatz hat. Er ist gekleidet, als wäre er gerade auf dem Weg ins Büro. Aber ich fürchte, auch ihn führen seine Gänge nirgendwo hin. Immer trägt er eine lederne Brieftasche unter dem Arm, meistens raucht er eine Pfeife. Er ist groß und hält sich gerade. So könnte ein Beamter, der eine Dienststelle im Landratsamt leitet, aussehen. Ich würde ihn auf Mitte fünfzig schätze, dabei hat er noch kein graues Jahr. Vielleicht irre ich mich auch und er ist deutlich jünger, aber seine Kleidung und sein steifer, schwingender Gang lassen ihn alt wirken.

 

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Plotentwicklung

Plotentwicklung

 

Wenn ich eine Kurzgeschichte schreibe, dann laufen mir meine Protagonisten meistens zu. Ich gehöre zu den Autoren, deren überschießende Fantasie ihnen nicht irgendwelche Geschichten in den Schoß fallen lässt, sondern oft werde ich durch ein Ereignis oder eine Begegnung nachdenklich.

 

Dann spiele ich: „Was wäre wenn?“

 

Was wäre, wenn eine junge Frau morgens aus ihrem Fenster blickt und dann sieht sie etwas, dass sie erstarren lässt?

Handelt es sich um ein Geschehen oder eine Person?

Was wäre, wenn es sich um eine Person handelt?

Was wäre, wenn die Person ihr Ehemann wäre?

Warum hat sie solche Angst vor ihrem Ehemann?

Warum wundert es sie, dass ihr Ehemann in ihrem Garten auf einer Bank sitzt?

Was wäre, wenn sie ihren Ehemann seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat?

Warum sollte sie ihren Ehemann seit fünf Jahren nicht mehr gesehen haben?

Was wäre, wenn ihr Ehemann sie misshandelt hat?

Was wäre, wenn sie deshalb vor ihrem Ehemann geflohen wäre und sich versteckt hätte?

Warum hat sie sich überhaupt erst jahrelang von ihm misshandeln lassen?

Was wäre, wenn sie ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit erlitten hat, dass ihre unauslöschliche Schuldgefühle eingebrannt hat?

Was wäre, wenn etwas passiert, das es ihr unmöglich macht, seine Misshandlungen weiter auszuhalten?

Was wäre, wenn sie mit ihrem Mann im Ausland gelebt hätte?

Was wäre, wenn sie zurück nach Deutschland gekommen wäre?

Was kann passiert sein, dass er sie trotzdem gefunden hat?

 

Wird er sie wieder in seine Gewalt bringen?

Wird er sie umbringen?

 

Was tut sie? Gibt sie auf? Hat sie immer noch einen Grund, warum sie auf keinen Fall aufgeben darf?

 

Wie kann sie sich gehen ihn wehren?

Wer wird gewinnen?

Gibt es einen echten Sieger?

Das waren die Fragen, die ich mir für meine Geschichte „Ihr Herr und Meister gestellt“ habe.

Was wäre, wenn eine junge Frau morgens aus ihrem Fenster blickt und dann sieht sie etwas, dass sie erstarren lässt?

Handelt es sich um ein Geschehen oder eine Person?

Was wäre, wenn es sich um eine Person handelt?

Was wäre, wenn die Person ihr Ehemann wäre?

Warum hat sie solche Angst vor ihrem Ehemann?

Warum wundert es sie, dass ihr Ehemann in ihrem Garten auf einer Bank sitzt?

Was wäre, wenn sie ihren Ehemann seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat?

Warum sollte sie ihren Ehemann seit fünf Jahren nicht mehr gesehen haben?

Was wäre, wenn ihr Ehemann sie misshandelt hat?

Was wäre, wenn sie deshalb vor ihrem Ehemann geflohen wäre und sich versteckt hätte?

Warum hat sie sich überhaupt erst jahrelang von ihm misshandeln lassen?

Was wäre, wenn sie ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit erlitten hat, dass ihre unauslöschliche Schuldgefühle eingebrannt hat?

Was wäre, wenn etwas passiert, das es ihr unmöglich macht, seine Misshandlungen weiter auszuhalten?

Was wäre, wenn sie mit ihrem Mann im Ausland gelebt hätte?

Was wäre, wenn sie zurück nach Deutschland gekommen wäre?

Was kann passiert sein, dass er sie trotzdem gefunden hat?

 

Wird er sie wieder in seine Gewalt bringen?

Wird er sie umbringen?

 

Was tut sie? Gibt sie auf? Hat sie immer noch einen Grund, warum sie auf keinen Fall aufgeben darf?

 

Wie kann sie sich gegen ihn wehren?

Wer wird gewinnen?

Gibt es einen echten Sieger?

Das waren die Fragen, die ich mir für meine Geschichte „Ihr Herr und Meister gestellt“ habe.

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anne quält sich mit ihrer homepage

Ich bin eine Computerniete. Ich gebe es zu. Deshalb habe ich meine Homepage bei einem Anbieter gewählt, dem in Testberichten bescheinigt wurde, dass auch Dummies hier ihre Homepage einrichten könnten. Viele Stunden und wenige Fortschritte später, rücke ich meinem Ziel zwar näher, aber sooo leicht ist es leider nicht.

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