Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen - Teil 3

Kleine Zusammenfassung: Ich habe während meiner Ferien auf der Ile de Ré ein Kunstprojekt ins Leben gerufen und meine blaue Tasche an verschiedenen Orten fotografiert. Da ich leider ziemlich leicht abzulenken bin, habe ich besagte Tasche liegen lassen. Leider war mein Geldbeutel mit all meinen Papieren darin. 

Kleine Zusammenfassung: Ich habe während meiner Ferien auf der Ile de Ré ein Kunstprojekt ins Leben gerufen und meine blaue Tasche an verschiedenen Orten fotografiert. Da ich leider ziemlich leicht abzulenken bin, habe ich besagte Tasche an einem Strand fotografiert, bin dann dem Hund und den Kindern hinter her gesprungen, und habe die Tasche liegen lassen. Leider war mein Geldbeutel mit all meinen Papieren darin. Bis ich es merkte, sind wir Kilometer weitergeradelt und mein langbeiniger Cheri Adoré ist alleine zurückgefahren, um meine Tasche wieder zu holen. Als er am besagten Strand ankommt, hat sich die Tasche in Luft aufgelöst. Er trifft Rentner in ihrem Wohnmobil, die ihm sagen, dass ein Paar meine Tasche gefunden hat und mich anscheinend sucht.

 

Während wir ziemlich appetitlos in einer Créperie sitzen und beratschlagen, wie wir die Tasche wieder bekommen, ruft mich der Inhaber eines Tennisgeschäftes aus der Nähe unseres Heimatortes, an und will wissen, ob ich sein Geschäft kenne.

Ich verstehe seine Frage nicht wirklich. Zudem scheint er selbst auch gerade in einer anderen Ecke Frankreichs im Urlaub zu sein. Seine Stimme klingt ziemlich selbstzufrieden. Als ich ihm glaubhaft versichere, dass ich die Person bin, die vor ein paar Monaten bei ihm einen Tennisschläger gekauft hat, rückt er mit dem Grund seines Anrufes heraus: Die Finder haben ihn angerufen. Ich hatte seine Kundenkarte im Gelbeutel, aber keine Handynummer, deshalb haben sie ihn um meine Nummer gebeten, aber er wollte sich erst versichern, usw. und sofort.

Ich fühle mich ziemlich klein, ziemlich dämlich und auch ziemlich dankbar. Chéri Adoré fährt die Tasche einfangen. Die Finder wollen erst einmal keinen Finderlohn. Aber er drängt ihnen die 50€ aus meinem Geldbeutel auf.  Er kommt triumphierend mit der Tasche zurück. Ich muss mich noch viele Male – zu Recht – bei Louloutte entschuldigen. Sie reibt mir diese Geschichte heute noch unter die Nase. Das Kunstprojekt ist mit diesem Foto gestorben. Mir war die Lust zum Fotografieren vergangen. Den Findern habe ich noch mehrere Jahre ein Gutes Neues Jahr gewünscht. Und wenn ich schlechte Laune hatte, habe ich mich an diesen Fall unverschämten Glückhabens erinnert....

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