Kunst im wahren Leben oder wie lerne ich Unbekannte kennen, Teil 1

 

Ist das Foto nicht schön? Der zartblaue Himmel, der sich im Meer spiegelt.

Überschießender Kitsch wurde durch die Algen, die man auf dem bei Ebbe freiliegenden Strand sieht, geschickt von der Fotokünstlerin vermieden. Dann weiter im Vordergrund die quadratischen Blöcke. Auf einem davon liegt eine blaue Stofftasche.

Die Tasche gehört mir. Und sie gehört mir nur deshalb noch, weil ich wahnsinnig viel Glück hatte. Aber dazu später mehr.

 

Ich mag diesen einfachen Stoffsack sehr. Der Stoff ist afrikanisch, meine Tasche ist ein Unikat, ich habe sie auf einem winzigen Markt in einem winzigen Dorf bei einer Frau gekauft, die Stoffreste, die sie aus wer weiß welchen Quellen bezieht, zu Taschen unterschiedlichster Form und Größe verarbeitet. Aus diesem Stoff gab es nur diese eine Tasche

Wie ist meine Tasche nun auf den Felsen geraten? Und wo ist der Felsen?

Der Felsen ist auf der Ile de Re. Eine Insel, die ich seit ich 18 Jahre alt war und begriffen hatte, dass sie wirklich existiert und nicht nur eine Erfindung einer Schriftstellerin namens Jeannie de Saint-Marcoux war, besuchen wollte.

Andererseits wollte ich sie lieber nicht besuchen.

Denn in dem Buch „Jener Sommer“ ist die Insel Ré ein Paradies, dass man mit dem Fahrrad erkunden konnte. Gegenüber von La Rochelle im Atlantik gelegen.

Die Ile de Ré hat ein ähnliches Schicksal wie das ehemals entzückende Fischerdörfchen Saint Tropez. Es wurde von den Schönen und Reichen in den 1950ern entdeckt und wird im Sommer von sonnenhungrigen Touristen belagert.

 

Irgendwann dachte ich, zurückdrehen kannst du die Zeit nicht mehr. Also, entweder du willst diese Insel sehen, oder nicht.

Bald geht es weiter! 

 

 

 

 

 

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