Den Winter erröten lassen

Das Schreiben will zur Zeit nicht fluppen. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche meiner Kurzgeschichten ich zu einem Roman ausbaue.

 

Da ist zum einen meine Gärtnerin, die menschliches Unkraut beseitigt. Gerade ist die Kurzgeschichte in eine Anthologie des Netverlags aufgenommen worden. Tatsächlich ist sie aber nur ein Teil der Geschichte, die ich bereits geschrieben habe.

Denn natürlich sind die Taten der Gärtnerin nicht unbemerkt geblieben. Bisher weiß es aber nur eine andere Person. Und die will ihr Wissen nutzen, um die Gärtnerin zu einem Opfer zu machen, dem kein Ermittler dieser Welt helfen will. Die Gärtnerin besitzt nämlich etwas, das sich jemand anders sehnlichst wünscht und bereit ist, dafür Unsummen zu zahlen.

Es gibt da noch ein paar Knötchen in meiner Idee, und bis ich die nicht ausgebügelt habe, komme ich nicht so richtig voran.

 

 

Dann ist da die Geschichte von Nathalie, die mir auch schon seit einem Jahr im Kopf herumspuckt. Das ist keine Krimi, sondern eine Entwicklungsgeschichte.

 

Die arme Nathalie glaubt von sich, dass sie mit 39 eine „Vollkommen überflüssige Frau ist“. Ihr Mann sucht nämlich den Sinn des Lebens. Zwar nicht im Ausschnitt einer knackigen Blondine, aber weit weit weg in Indien. Und ihre beiden Söhne, die sie schon mit Anfang Zwanzig bekommen hat, studieren in einer anderen Stadt. Kommen nur noch am Wochenende ins Hotel Mama und reisen am Sonntag mit vollen Bäuchen und frischer Wäsche wieder in ihr funkelnagelneues Studentenleben. Und Nathalie fühlt sich alleine verflixt einsam und nutzlos in Paris. Deshalb macht auch sie sich auf die Suche nach einem neuen Lebensinhalt.

 

Die Knötchen hier sind meine Angst, dass es eine rosarote klebrigsüße französische Liebesgeschichte wird. Ich muss noch ein bisschen in schlaflosen Nächten über Nathalies Möglichkeiten nachdenken, damit ihre Suche nicht zu kitschig gerät.

 

Wenn ich blocke, hilft es mir immer sehr, wenn ich laute Musik höre und koche. Kochen musste ich diese Woche, denn mein englischer Buchclub ist 13frauhoch bei mir eingefallen. Weil das hier in Frankreich ist, kann ich dafür nicht einfach eine Tüte Chips und Erdnüsse auf den Tisch stellen. Nö, das wäre ziemlich armselig. Also hab ich mir diesmal was am Herd und nicht am Computer einfallen lassen. Hier stelle ich eines der Rezepte vor. Die anderen gibt es vielleicht ein anderes Mal.

 

Bevor es losgeht, fehlt nur noch laute Musik. Zum Beispiel Curtis Mayfield: http://www.youtube.com/watch?v=6Z66wVo7uNw

 

Ein leckerer Dip. Rot soll er sein. Weil Rot einfach gute Laune macht, das Herz wärmt und dieses langweilige grünbraune Kalt da draußen aufs angenehmste aufpeppt.

Deswegen habe ich ein Rote Beete Humus ausprobiert. Die Idee für das Rezept habe ich hier gefunden, mir gefiel besonders gut, dass es ganz ohne Kichererbsen auskommt, deswegen ist das Rot besonders leuchtend: http://chocolateandzucchini.com/archives/2012/01/beet_hummus.php

 

Leider gibt es keine deutsche Version.

 

Ich habe das Rezept etwas abgewandelt und die Mengen reduziert:

 

250 rote Beete

1 EL Olivenöl

1 Knoblauchzehe

3 EL Zitronensaft

die abgeriebene Schale einer halben ungespritzten Zitrone

1 TL Kreuzkümmel

1 TL geröstetes Sesamöl

40 g Gomasio (zerstoßene Sesamkörner mit Salz vermischt)

½ TL Meersalz

nach Geschmack mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken

 

Die rote Beete entweder gekocht kaufen oder selber kochen (ich lege ein frisches Lorbeerblatt ins Kochwasser). Das dauert je nach Größe zwischen 30 und 45 Minuten. Abkühlen lassen, schälen. Ich zerstoße den Kreuzkümmel selbst im Mörser, er hat dann viel mehr Geschmack. Mit den Gewürzen und den Ölen vermischen und pürieren. Abschmecken. Dazu passen Mexikanische Chips oder Minireis- oder Maiscrackern.

 

 

 

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